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👄Sprichst Du Konflikte offen an?

Schreist Du heraus, was Dich stört?

Sagst Du lieber nichts und wartest, dass der andere etwas sagt?

🌾Lässt Du Gras über Dinge wachsen?

Bleibst Du lieber still, weil Du in Deiner Familie gelernt hast, dass man nicht offen anspricht, was einen nervt?

🧹Kehrst Du Dinge gerne unter den Teppich?

Bist Du bockig, wenn der andere etwas sagt, das Dir nicht gefällt?

Lässt Du den anderen Deine passive Aggression spüren, weil er Dich gekränkt hat?

☹️Wie auch immer Du reagierst, Konflikte mag keiner von uns gerne. Aber dennoch gehören sie zum Leben irgendwie dazu. Es stören uns nun mal gewisse Dinge, wir werden verletzt durch das Verhalten anderer oder uns kränken die Worte unseres Gegenübers. 

Welche Schritte kannst Du nun setzen, um das nächste Mal besser durch einen Konflikt zu kommen? Sofern Du das überhaupt willst?

😡Schritt 1: Gestehe Dir ein, dass Dich das Verhalten, die Worte, die Nachricht des anderen gestört/ verletzt/ genervt/ gekränkt haben. Das hört sich jetzt so easy an und diesen Schritt überspringt man gerne. Aber ich finde, das ist einer der wichtigsten Schritte überhaupt. Die meisten von uns tendieren bei einem Konflikt dazu, sofort auf Angriff zu gehen und alle Schuld beim anderen zu suchen. Und dann ballern wir schon mit Schuldzuweisungen los. Oder eben, je nach Konflikttyp, wir sagen nichts und sind bockig – geben aber trotzdem die ganze Schuld dem anderen. In dem Moment, wo ich bei mir selbst bleibe und mir eingestehe, dass das Verhalten des anderen bei mir etwas ausgelöst hat, kann ich ganz anders an die Konfliktlösung herangehen. Aber dazu gleich mehr. 

👫Schritt 2: Mach Dir bewusst, dass zu einem Konflikt (fast) immer zwei gehören. Wahrscheinlich haben auch Deine Worte oder Dein Verhalten in dem anderen etwas ausgelöst. Die passive Aggression oder die bösen Worte sind an Deinem Gegenüber sicher nicht spurlos vorüber gegangen. Im elegantesten Fall gestehen wir uns ein, dass jeder 50% zu dem Konflikt beigetragen hat. 

💡Schritt 3: Überlege Dir, was Du gerne anders hättest. Wenn Du aktiv etwas zur Konfliktlösung beitragen möchtest und nicht nur Wut losballern möchtest, mach Dir klar, was in einer nächsten Situation anders laufen könnte. Welches Verhalten wünschst Du Dir konkret von Deinem Gegenüber? Welches Verhalten kannst Du an den Tag legen, damit es das nächste Mal besser läuft?

👍Schritt 4: Zähle Dir die guten Seiten Deines Gegenübers auf. Uiuiuiui, das ist der schwierigste Schritt überhaupt, aber essentiell. In unserer Wut, Verletzung oder Bockigkeit sehen wir nur das Schlechte am anderen. Das ist aber in den allermeisten Fällen nicht die Wahrheit. Mach Dir selbst klar, dass der andere gute Seiten hat und zähle sie Dir innerlich auf. 

🙋Schritt 5: Sprich mit Deinem Gegenüber darüber. Mein Credo ist immer: reden, reden, reden. In Österreich haben wir einen Spruch, der heißt „Durch’s Reden kumman d’Leit zaum.“ (Durch das Reden kommen die Leute zusammen.) Also nicht den Kopf in den Sand stecken und warten, dass sich irgendwas von Zauberhand bessert, sondern selbst aktiv werden. Denn meine Erfahrung ist, dass man über Teppiche, unter die man viel kehrt, auch oft stolpert. Aber vielfach ist das gar nicht so leicht und man muss ordentlich über seinen Schatten springen, wenn man den ersten Schritt machen will. Und natürlich sollte auch die Bereitschaft gegeben sein, dass man sich miteinander austauscht. Wer noch in der Phase des Schuldzuweisungen-losballern steckt, sollte vorab noch ein Karate-Training besuchen. 

👈Schritt 5.1.: Formuliere Ich-Botschaften. Am einfachsten beginnt man ein Konfliktklärungs-Gespräch mit den Überlegungen zu Schritt 1. Formuliere in Ich-Botschaften, was Dich verletzt hat, wie das Verhalten des anderen bei Dir angekommen ist oder was Dich nervt. Vermeide Du-Botschaften! Du-Botschaften sind Sätze wie „Du machst immer…“ oder „Du nervst mich, weil….“. In Du-Botschaften beschuldigen wir den anderen. Das löst in dem anderen eine Abwehrhaltung aus und trägt nicht nur Konfliktlösung bei. In Ich-Botschaften zeigen wir dem anderen, wie es uns damit geht. Sätze wie „Ich war gekränkt, als Du das so gesagt hast.“ oder „Mich hat verletzt, als Du nicht für mich da warst.“ kann Dein Gegenüber viel besser annehmen. Natürlich kann auch Dein Gegenüber in Ich-Botschaften formulieren, wie es ihm gegangen ist. Dies erzeugt Verständnis füreinander und wir wissen, was wir mit unserem Verhalten beim anderen ausgelöst haben – es gehören immer zwei dazu, wie Du ja weißt. 

👈Schritt 5.2.: Konstruktiv darüber sprechen, was anders werden soll. Beide Seiten sollen die Gelegenheit haben sich auszutauschen, was man gerne hätte, was anders gemacht werden kann, was man nicht mehr will. Hier geht es wirklich um Ehrlichkeit. Alles soll raus, was anders werden soll. Es hilft nicht, wenn man hier nur die Hälfte sagt, weil man sich blöd vorkommt und beim nächsten Mal wieder angefressen ist, wenn der andere wieder etwas tut, was uns nicht passt. Und auch hier gilt wieder: keine Beschuldigungen und Beleidigungen, sondern konstruktive Überlegungen. 

👈Schritt 5.3.: Wie wär’s mit einem Kompliment? Wenn das Gespräch bis hierhin gut gelaufen ist, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, eine oder mehrere gute Seiten Deines Gegenübers einfließen zu lassen. Sofern Dir bei Schritt 4 welche eingefallen sind – und da bin ich mir sicher! 

↩️Und wenn man merkt, dass das Gespräch zwischendrin in Richtung Schuldzuweisungen driftet, dann wieder zurück zu Schritt 5.1.: Formuliere Ich-Botschaften und erzähl dem anderen, wie es Dir jetzt geht. 

📆Manche Konfliktklärungen lassen sich auch nicht mit einem einzigen Gespräch bewerkstelligen. Speziell wenn es Themen sind, die wir schon länger mit uns herumtragen oder Teppiche, die schon meterhoch sind. Gib Dir Zeit. Es ist auch völlig okay, mehrere Gespräche darüber zu führen. Wir sind keine Maschinen, die mit einer Neueinstellung sofort wieder wie am Schnürchen laufen. Wir sind Menschen und unsere Gefühle brauchen manchmal auch Zeit, dass sie sich neu orientieren und anpassen und neu ordnen. So viel Zeit wie es braucht, so viel Zeit braucht es. Und wenn es die Beziehung wert ist, darf es auch zehn Anläufe brauchen. Und der Teppich wird jedes Mal flacher und flacher. Bis Du irgendwann merkst, Du stolperst nicht mehr, wenn Du darüber läufst. Sondern es fühlt sich wieder geordnet und gut an. 

Klara Hanstein – Für Kopf und Herz

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