Zu Gast bei RTL Punkt 12 – Mein Tag im Kölner Studio

24. Juni 2026

Am 30. März durfte ich als Psychologin und Psychotherapeutin bei RTL Punkt 12 in Köln zu Gast sein, um über Panikattacken zu sprechen.

Wenn Du mich schon länger kennst, dann weißt Du wahrscheinlich, dass ich gerne vor Menschen spreche, Workshops halte, Podcasts aufnehme oder Videos für Social Media drehe.

Und trotzdem gibt es Situationen, die selbst mich nervös machen.

Als mich eine Redakteurin von RTL über Instagram anschrieb und fragte, ob ich nach Köln ins Studio kommen möchte, um bei Punkt 12 über Panikattacken zu sprechen, ist mir tatsächlich erst einmal das Herz in die Hose gerutscht.

Mein erster Gedanke war: „Schaffe ich das überhaupt?“

Und vielleicht ist das genau der Grund, warum ich heute darüber schreiben möchte. Denn Psychologinnen werden auch nervös.

Warum ich trotzdem zugesagt habe

Natürlich hätte ich viele Gründe finden können, nicht nach Köln zu fahren.

Und trotzdem wusste ich ziemlich schnell: Dieses Thema ist wichtig.

Wenn wir über Angst, Panikattacken und psychische Gesundheit sprechen wollen, dann müssen wir diese Themen auch dort sichtbar machen, wo Menschen sie sehen.

Und genau deshalb habe ich zugesagt.

Die Nacht davor

Die Wahrheit?
Ich habe schlecht geschlafen.

Ich habe mich von einer Seite auf die andere gedreht und immer wieder an den nächsten Tag gedacht.

Was werde ich sagen?
Wie wird das werden?
Werde ich aufgeregt sein?

Und obwohl ich die Fragen vorab bekommen hatte und mich gut vorbereiten konnte, war da natürlich trotzdem Nervosität.

Als dann am nächsten Morgen der Wecker klingelte, passierte allerdings etwas Überraschendes.
Die ganze Anspannung war plötzlich deutlich kleiner.

Es war, als hätte mein Nervensystem entschieden:
„Okay. Jetzt machen wir das einfach.“

Ankunft bei RTL

Gemeinsam mit meinem Freund und unserem Hund Lucky machten wir uns auf den Weg zum Studio.

Als wir ankamen, wurde mir langsam bewusst: Jetzt wird es ernst.

Mein erster Stopp führte mich direkt in die Maske. Dort wurde mein Make-up „ein wenig aufgefrischt“, wie man mir sagte.

Ich bin normalerweise eher sparsam geschminkt und musste innerlich ein wenig schmunzeln, als dann doch deutlich mehr Make-up zum Einsatz kam, als ich erwartet hatte.

Aber im Fernsehen mit den vielen Scheinwerfern und dem hellen Licht funktioniert das eben anders.

Und ich muss zugeben: Es sah wirklich schön aus.

Die Sache mit den neuen Fragen

Gerade als ich begann, mich etwas zu entspannen, kam die Redakteurin noch einmal in den Aufenthaltsraum.

„Frau Hanstein, wir haben die Fragen doch noch einmal geändert.“

In diesem Moment rutschte mir erneut das Herz in die Hose.
Ich fragte vorsichtig:
„Live ist bei Euch aber nicht wirklich live, oder?“

Die Antwort kam sofort:
„Doch. Live ist live.“

Na super.
Wenn ich mich verspreche, dann verspreche ich mich eben.
Das war der Moment, in dem ich tief durchatmen musste.

Kurz vor der Sendung

Dann ging plötzlich alles ganz schnell.

Der Tonmann verkabelte mich mit einem Mikrofon.

Ich wurde ins Studio gebracht.
Ich setzte mich auf meinen Platz.

Und dann stellte sich mir die vielleicht wichtigste Frage des Tages:

Wohin mit meinen Händen?
Ich hatte wirklich keine Ahnung.
Also legte ich sie kurzerhand unter den Tisch.
Problem gelöst.
Zumindest vorerst.

Fünf Minuten, die viel schneller vorbei waren als gedacht

Dann kam die Moderatorin.
Die Kameras richteten sich auf uns.
Und plötzlich war die Nervosität fast verschwunden.

Die Fragen kamen.
Ich antwortete.
Und alles fühlte sich erstaunlich natürlich an.

Fast so, als würden wir einfach ein Gespräch führen.
Dabei vergingen die Minuten unglaublich schnell.
Viel schneller, als ich erwartet hatte.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass auch mein Buch „Hey Panik, komm mal wieder runter!“ gezeigt wurde und sogar einige Exemplare verlost wurden.

Das schönste Kompliment des Tages

Nachdem das Interview beendet war, mussten wir noch kurz ruhig sitzen bleiben, weil die Kameras bereits auf den nächsten Studiobereich geschaltet hatten.

Dann kam die Werbepause.
Und mit ihr fiel plötzlich die gesamte Anspannung von mir ab.
Ich erzählte der Moderatorin, dass ich vor dem Auftritt ziemlich nervös gewesen war.

Sie schaute mich überrascht an und meinte:
„Das hat man Ihnen überhaupt nicht angemerkt.“

Normalerweise, sagte sie, höre man Nervosität oft an der Stimme.
Bei mir sei das gar nicht aufgefallen.

Auch Moderator Bernd meinte, ich solle unbedingt wiederkommen.
Gerade weil das Thema Angst und Panik für so viele Menschen wichtig sei.

Und ich glaube, das war der Moment, in dem ich endgültig realisiert habe: Ich habe es geschafft.

Zwischen Erleichterung, Freude und Cola

Als die Kameras aus waren, fiel wirklich alles von mir ab.
Ich hätte wahrscheinlich gleichzeitig lachen und weinen können.
So erleichtert war ich.

Ich bin meinem Freund in die Arme gefallen.
Und das Erste, was wir danach gemacht haben?
Wir haben uns eine Cola gekauft.

Manchmal sind es die kleinen Dinge.

Später haben wir noch einen wunderschönen Abend in Köln verbracht, Pizza gegessen, die Aufregung langsam hinter uns gelassen und die Stadt genossen.

Am nächsten Tag ging es wieder nach Hause.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck.

Warum mir dieser Tag in Erinnerung bleiben wird

Natürlich war dieser TV-Auftritt aufregend.

Aber noch viel wichtiger war etwas anderes.

Dass über Angst, Panikattacken und psychische Gesundheit gesprochen wurde.

Offen.
Sichtbar.
Mitten im Alltag.
Denn niemand sollte mit diesen Themen alleine bleiben müssen.

Und wenn ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, dass sich auch nur ein Mensch weniger allein fühlt, dann hat sich jede Minute Nervosität gelohnt.

Und falls Du Dich fragst:
Ja.
Auch Psychologinnen werden nervös.

Der Unterschied ist nur, dass wir gelernt haben, unser Nervensystem dabei an die Hand zu nehmen.

Wir schaffen das. 💚

Deine Klara

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Hinweis: Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich dem Informations- und Bildungszweck und ersetzen keine psychotherapeutische und ärztliche Behandlung. Mehr Informationen findest du hier: https://klarahanstein.com/agb/ 

Klara Hanstein

Klara Hanstein

Klinische Psychologin, Systemische Psychotherapeutin, Autorin

Die Österreicherin schreibt seit 2021 auf ihren Instagram- und Facebook-Kanälen über Angststörungen, Panikattacken, Trauma und Burnout.

Die Psychologin war selbst davon betroffen. Mit ihren eigenen Erfahrungen und ihrem Fachwissen hilft sie mittlerweile Tausenden Menschen.

Im September 2023 ist ihr Buch “Liebe Angst, halt doch mal die Klappe!” erschienen, welches bereits 12 Monate auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste steht.

In ihrem Onlinekurs “Bye-bye Angst, hallo Leben!” vereint sie hilfreiches Wissen und leicht anwendbare Tools bei Ängsten und Panikattacken. Weitere Infos:
www.klarahanstein.com