Kennst Du das?
Ein Gedanke taucht auf.
Und noch bevor Du ihn bewusst wahrgenommen hast, fühlt er sich bereits wie die absolute Wahrheit an.
„Was, wenn etwas Schlimmes passiert?“
„Ich schaffe das nicht.“
„Bestimmt bekomme ich gleich wieder eine Panikattacke.“
Wenn wir unter Angst leiden, hinterfragen wir diese Gedanken oft gar nicht. Wir glauben ihnen sofort.
Warum sich Angstgedanken so echt anfühlen
Unser Gehirn ist darauf programmiert, Gefahren möglichst schnell zu erkennen. Das ist überlebenswichtig.
Wenn wir tatsächlich in Gefahr wären, dürfte unser Gehirn nicht erst lange überlegen. Es müsste blitzschnell reagieren.
Genau deshalb fühlen sich Angstgedanken häufig so überzeugend an.
Das Problem beginnt dann, wenn unser inneres Alarmsystem auch dort Gefahr meldet, wo eigentlich gar keine ist.
Dann entstehen die bekannten Angstschleifen.
Gedanken.
Gefühle.
Körperreaktionen.
Und ehe wir es bemerken, befinden wir uns mitten im Angststrudel.
Die gute Nachricht ist:
Du musst nicht alles glauben, was Deine Angst Dir erzählt.
Die Angst erzählt eine Geschichte – nicht unbedingt die Wahrheit
Ich stelle mir Angst gerne wie eine Figur vor. Eine Person, die unglaublich überzeugt von ihrer eigenen Meinung ist.
Sie spricht laut.
Sie malt die schlimmsten Bilder aus.
Und sie möchte, dass Du ihr sofort glaubst.
Doch Angst ist kein neutraler Beobachter.
Sie ist ein Alarmsystem.
Und genau deshalb darfst Du lernen, ihre Geschichten liebevoll zu hinterfragen.
Dabei können Dir diese acht Fragen helfen:
1. Ist dieser Gedanke wirklich wahr?
Nicht: “Fühlt er sich wahr an?”
Denn ja, genau das tut Angst.
Die wichtigere Frage lautet: Ist dieser Gedanke tatsächlich wahr?
2. Würde ich das auch glauben, wenn ich gerade keine Angst hätte?
Manchmal verändert Angst unseren Blick auf die Welt.
Deshalb kann diese Frage helfen, etwas Abstand zu gewinnen.
3. Und was, wenn es gut ausgeht?
Die Angst malt automatisch die schlimmsten Szenarien. Warum also nicht einmal bewusst ein anderes Bild entstehen lassen? Wie würde die Situation aussehen, wenn alles gut ausgeht?
4. Was braucht mein Körper gerade wirklich?
Nicht jede innere Unruhe bedeutet Angst.
Vielleicht bist Du müde.
Hungrig.
Überfordert.
Oder brauchst einfach eine Pause.
Manchmal sitzt die Angst nur auf einem ganz anderen Bedürfnis.
5. Was würde ich meinem liebsten Menschen sagen?
Mit anderen sprechen wir oft viel liebevoller als mit uns selbst.
Was würdest Du einem Menschen sagen, den Du liebst?
Und dann versuche, genau diese Worte auch Dir selbst zu schenken.
6. Hat meine Angst mir diese Geschichte schon einmal erzählt?
Und wenn ja: Wie oft ist sie tatsächlich eingetroffen?
Viele Angstgedanken wiederholen sich über Jahre. Allein das zu erkennen, kann ihnen bereits etwas von ihrer Macht nehmen.
7. Was verändert sich, wenn ich der Hoffnung genauso viel Raum gebe wie der Angst?
Die Angst ist laut.
Die Hoffnung spricht oft viel leiser.
Aber sie ist trotzdem da.
Vielleicht darf sie heute genauso mitreden.
8. Was würde mein ruhigster und weisester Teil jetzt sagen?
Neben der Angst gibt es noch andere Anteile in Dir.
Den ruhigen.
Den weisen.
Den liebevollen.
Sie reagieren meist nicht so schnell wie die Angst. Deshalb lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und ihnen zuzuhören.
Neue Wege entstehen nicht beim ersten Mal
Vielleicht hast Du beim Lesen gemerkt, dass Dich eine dieser Fragen besonders angesprochen hat. Dann nimm genau diese eine mit.
Du musst nicht alle acht gleichzeitig anwenden. Denn Angstbewältigung bedeutet nicht, alles sofort perfekt zu können und herumzustrampeln, um gleich zu einer Lösung zu kommen.
Sie bedeutet, immer wieder einen kleinen Schritt aus dem alten Trampelpfad herauszugehen.
Anfangs fühlt sich dieser neue Weg ungewohnt an.
Vielleicht sogar falsch.
Doch jedes Mal, wenn Du ihn gehst, wird er ein kleines Stück vertrauter.
Und genau so entstehen neue Denkwege.
Schritt für Schritt.
Du musst Deiner Angst nicht alles glauben
Nur weil sich ein Gedanke wahr anfühlt, muss er es nicht sein.
Und nur weil Deine Angst laut ist, bedeutet das nicht, dass sie recht hat.
Vielleicht beginnt Veränderung genau mit einer einzigen Frage.
Mit einem kurzen Innehalten.
Mit einem Moment, in dem Du Dich entscheidest, Deiner Angst nicht sofort zu folgen.
Denn jedes Mal, wenn Du innehältst und einen neuen Gedanken zulässt, gibst Du Deinem Gehirn die Chance, einen neuen Weg zu gehen.
Und genau darin beginnt oft Veränderung.
Falls Du gerade mitten in einer Angstphase steckst, möchte ich Dir etwas mitgeben: Meinen SOS-Plan bei Angst & Panik für 0€. Darin findest Du praktische Übungen und kleine Impulse, die Dich dabei unterstützen können, in akuten Momenten wieder etwas mehr Sicherheit zu spüren.
Zum SOS-Plan
Wir schaffen das. 💚
Deine Klara







