Wenn die Angst wieder stärker wird: 12 kleine Erinnerungen für schwierige Tage

21. Oktober 2026

 Kennst Du das? Eigentlich hattest Du das Gefühl, dass es Dir mit Deiner Angst schon besser geht. Du warst wieder ruhiger, hast Dir mehr zugetraut und konntest Deinen Alltag etwas unbeschwerter genießen.

Und plötzlich ist sie wieder da. Die Angst.

Deine Gedanken kreisen wieder häufiger, Dein Körper fühlt sich unruhiger an und vielleicht fragst Du Dich: „Warum ist meine Angst plötzlich wieder so stark? Ich dachte, ich wäre schon viel weiter!“

Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden und wir weniger Sonne abbekommen, bekomme ich viele Nachrichten von Menschen, denen es wieder schwerer fällt.

Vielleicht kennst Du das auch. Du fühlst Dich schneller überfordert, Dein Kopf ist voller Gedanken und die Angst wird wieder lauter.

Oder Du hast einfach das Gefühl, dass Dir gerade alles ein bisschen zu viel ist.

Und weißt Du was?

An genau diesen Tagen vergessen wir manchmal die einfachsten Dinge.

Deshalb möchte ich Dir heute 12 kleine Erinnerungen mitgeben. Vielleicht ist genau die eine dabei, die Du heute besonders gut gebrauchen kannst. 💚

Warum mehr Angst nicht bedeutet, dass Du wieder am Anfang stehst

Wenn Du schon länger mit Ängsten zu tun hast, kennst Du vielleicht dieses Auf und Ab.

Es gibt Tage, an denen Du Dich sicherer fühlst, Deine Gedanken ruhiger sind und Du wieder mehr Vertrauen in Dich selbst hast.

Und dann kommen Tage, an denen sich alles wieder schwieriger anfühlt.

Vielleicht beobachtest Du Deinen Körper wieder genauer. Vielleicht machst Du Dir mehr Sorgen oder hast Angst davor, dass die Angst jetzt wieder dauerhaft bleibt.

Aber bitte erinnere Dich an eines:

Nur weil Du heute wieder mehr Angst spürst, bedeutet das nicht, dass all Deine bisherigen Fortschritte verschwunden sind.

Angst kommt. Angst geht.

Du musst nicht jeden schwierigen Tag als Rückschritt bewerten.

Und Du musst auch nicht alles sofort wieder in den Griff bekommen.

Manchmal darfst Du einfach ein bisschen liebevoller mit Dir selbst umgehen.

12 kleine Erinnerungen, wenn die Angst wieder stärker wird

1. Du musst nicht jeden Gedanken zu Ende denken

Manche Gedanken machen sich unglaublich wichtig.

Sie tauchen plötzlich auf, malen die schlimmsten Szenarien aus und wollen unbedingt, dass Du Dich mit ihnen beschäftigst.

Aber nur weil Dein Kopf Dir etwas erzählt, bedeutet das noch lange nicht, dass es der Wahrheit entspricht.

Nicht jeder Gedanke ist eine Tatsache.

Du darfst einen Gedanken wahrnehmen, ohne ihn weiterzudenken. Ohne ihn zu analysieren. Ohne nach einer Antwort zu suchen.

Manche Gedanken dürfen einfach weiterziehen. 💭

2. Wenn Dein Körper Alarm schlägt, bedeutet das nicht automatisch Gefahr

Vielleicht schlägt Dein Herz schneller. Du spürst innere Unruhe, Deine Muskeln sind angespannt oder Dein Atem verändert sich.

Und sofort meldet sich die Angst: „Was ist denn jetzt schon wieder los?“

Erinnere Dich daran, dass Dein Körper bei Angst in einen Alarmzustand wechseln kann, auch wenn gerade keine tatsächliche Gefahr besteht.

Dein Nervensystem möchte Dich schützen.

Wenn Du gerade in Sicherheit bist, darfst Du Dich daran erinnern: Mein Körper ist aufgeregt. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas Schlimmes passieren wird. 🧡

3. Du darfst Dein Handy auch mal weglegen

Du musst nicht ständig erreichbar sein.

Nicht jede Nachricht braucht sofort eine Antwort. Nicht jede Information muss jetzt gelesen werden.

Die Welt dreht sich tatsächlich weiter, wenn Du Dein Handy eine Stunde zur Seite legst.

Du darfst Dir eine Pause erlauben.

Auch dann, wenn andere Menschen vielleicht gerade etwas von Dir möchten. 📱

4. Mehr Angst bedeutet nicht, dass Du bei Deiner Angstbewältigung wieder ganz am Anfang stehst

Vielleicht hattest Du schon viele gute Tage. Vielleicht hast Du Dinge geschafft, die vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen wären.

Und jetzt ist die Angst wieder stärker.

Dann kommt schnell dieser Gedanke: „Jetzt geht alles wieder von vorne los.“

Aber das stimmt nicht automatisch.

Ein schwieriger Tag macht Deine bisherigen Fortschritte nicht zunichte.

Du hast schon viel gelernt. Du hast Erfahrungen gesammelt. Und all das ist nicht plötzlich verschwunden, nur weil die Angst heute wieder lauter ist.

Angst kommt. Angst geht. ✨

5. Du musst nicht wissen, wie alles weitergeht

Manchmal möchte unser Kopf am liebsten die gesamte Zukunft durchplanen.

Was passiert morgen? Was ist nächste Woche? Und was, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir wünsche?

Aber Du musst nicht auf alles eine Antwort haben.

Manchmal reicht es völlig aus, den nächsten kleinen Schritt zu kennen.

Konzentriere Dich erst einmal darauf.

Alles andere darf sich nach und nach zeigen. 💚

6. Du darfst eine Pause machen, bevor Du völlig erschöpft bist

Vielleicht hast Du Dir heute viel vorgenommen.

Termine, Verpflichtungen, Dinge, die unbedingt erledigt werden sollten.

Aber wenn Du merkst, dass Du wirklich Ruhe brauchst, darfst Du auch einmal einen Termin absagen.

Du musst nicht erst völlig erschöpft sein, bevor Du Dir eine Pause erlaubst.

Deine Bedürfnisse sind wichtig.

Pass gut auf Dich auf.

7. Du musst nicht zehn Probleme gleichzeitig lösen

Kennst Du das, wenn Dein Kopf plötzlich zehn Baustellen gleichzeitig aufmacht?

Du denkst über ein Problem nach und schon taucht das nächste auf. Und noch eines. Und noch eines.

Irgendwann fühlt sich alles riesengroß und unlösbar an.

Dann darfst Du Deinem Kopf sagen:

„Eins nach dem anderen.“

Lehne Dich kurz zurück. Schließe für einen Moment Deine Augen und komme wieder bei Dir an.

Du musst nicht alles gleichzeitig schaffen.

8. Nicht jedes Körpergefühl braucht sofort eine Erklärung

Ein Ziehen hier. Ein Zwicken dort. Ein komisches Gefühl im Bauch.

Und schon möchte Dein Kopf wissen, was dahintersteckt.

Vielleicht hast Du den Impuls, sofort danach zu googeln.

Aber nicht jede kleine Veränderung im Körper bedeutet, dass etwas Schlimmes dahintersteckt.

Manchmal zwickt und zwackt es einfach.

Du musst nicht jede Körperempfindung sofort analysieren.

Natürlich dürfen neue, anhaltende oder beunruhigende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Aber Du musst nicht jedes harmlose Körpergefühl zu einem neuen Angstthema machen.

9. Du darfst einen schönen Tag haben, auch wenn nicht alles geklärt ist

Vielleicht gibt es gerade Dinge in Deinem Leben, die Dich beschäftigen.

Offene Fragen. Sorgen. Herausforderungen.

Und vielleicht hast Du manchmal das Gefühl, dass Du erst wieder glücklich sein darfst, wenn alles gelöst ist.

Aber das Leben findet nicht erst dann statt, wenn alle Probleme verschwunden sind.

Du darfst auch jetzt schöne Momente erleben.

Du darfst lachen, genießen und Dich über kleine Dinge freuen.

Auch wenn noch nicht alles perfekt ist. 🌸

10. Atme ruhig aus und lass Deinen Körper einen Gang zurückschalten

Wenn Du gerade angespannt bist, probiere einmal Folgendes:

1. Stell beide Füße auf den Boden.
2. Lass
Deine Schultern ganz bewusst sinken.
3. A
tme ruhig durch die Nase ein.
4. Atme
 langsam und verlängert durch den Mund wieder aus.

Wiederhole das ein paar Mal, ganz ohne Druck.

Dein Atem kann Dir dabei helfen, wieder etwas mehr Ruhe in Deinen Körper zu bringen.

Du musst nicht ständig angespannt und bereit für die nächste Herausforderung sein.

Dein Körper darf zwischendurch auch einmal entspannen.

 

11. Du musst Dich nicht für jedes Gefühl rechtfertigen

Manchmal bist Du traurig.

Manchmal gereizt.

Manchmal ängstlich.

Und manchmal weißt Du selbst nicht genau, warum.

Das ist okay.

Du musst nicht jedes Gefühl erklären, begründen oder sofort verändern.

Du bist ein Mensch. Du hast Gefühle. Punkt.

Auch unangenehme Gefühle dürfen da sein.

Du musst nicht jeden Tag gut drauf sein. 🦋

 

12. Du darfst Dich etwas trauen, auch wenn die Angst noch dabei ist

Vielleicht wartest Du darauf, dass Du Dich endlich wieder vollkommen sicher fühlst.

Dass die Angst verschwindet, bevor Du etwas Neues ausprobierst oder Dich wieder an etwas heranwagst.

Aber weißt Du was?

Du musst nicht auf den perfekten, angstfreien Moment warten.

Du darfst Dich auch dann etwas trauen, wenn die Angst noch ein bisschen dabei ist.

Nimm sie mit. Zeig ihr, wie mutig Du schon bist.

Du darfst Schritt für Schritt wieder mehr Vertrauen in Dich selbst gewinnen.

 

Was Du Dir an schwierigen Tagen besonders merken darfst

Wenn die Angst wieder stärker wird, ist es verständlich, dass Du Dir Sorgen machst.

Vielleicht möchtest Du sofort wissen, warum sie wieder da ist. Vielleicht möchtest Du sie möglichst schnell loswerden.

Aber Du musst nicht jeden Gedanken lösen, jedes Gefühl verändern und jede Körperreaktion kontrollieren.

Manchmal ist es schon ein wichtiger Schritt, wenn Du aufhörst, so streng mit Dir selbst zu sein.

Wenn Du Dir eine Pause erlaubst.

Wenn Du Dich daran erinnerst, dass nicht jeder Gedanke wahr ist.

Wenn Du ruhig ausatmest und Deinem Körper einen Moment Zeit gibst.

Und wenn Du Dir bewusst machst, dass ein schwieriger Tag nicht bedeutet, dass Du wieder ganz am Anfang stehst.

Du darfst schlechte Tage haben und trotzdem auf einem guten Weg sein.

Noch mehr Mut für Tage, an denen die Angst laut wird

Und weil wir gerade beim Erinnern sind, möchte ich Dir noch etwas mitgeben. 💚

In meinem Podcast „Gemischte Gefühle – Dein Mutmacher bei Angst und Panik“ gibt es eine Folge, die wunderbar zu diesen 12 kleinen Erinnerungen passt.

Darin spreche ich über drei Dinge, die wir gerade dann so leicht vergessen, wenn die Angst wieder besonders laut wird.

Es sind drei Gedanken, die mir selbst während meiner Angststörung unglaublich viel Hoffnung gegeben haben und an die ich auch Dich gerne erinnern möchte.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, sie wieder in Erinnerung zu rufen.

🎧 Folge 106: Vergiss diese 3 Dinge nicht, wenn Du Angst hast

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Hinweis: Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich dem Informations- und Bildungszweck und ersetzen keine psychotherapeutische und ärztliche Behandlung. Mehr Informationen findest du hier: https://klarahanstein.com/agb/ 

Klara Hanstein

Klara Hanstein

Klinische Psychologin, Systemische Psychotherapeutin, Autorin

Die Österreicherin schreibt seit 2021 auf ihren Instagram- und Facebook-Kanälen über Angststörungen, Panikattacken, Trauma und Burnout.

Die Psychologin war selbst davon betroffen. Mit ihren eigenen Erfahrungen und ihrem Fachwissen hilft sie mittlerweile Tausenden Menschen.

Im September 2023 ist ihr Buch „Liebe Angst, halt doch mal die Klappe!“ erschienen, welches bereits 12 Monate auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste steht.

In ihrem Onlinekurs „Bye-bye Angst, hallo Leben!“ vereint sie hilfreiches Wissen und leicht anwendbare Tools bei Ängsten und Panikattacken. Weitere Infos:
www.klarahanstein.com